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Kaminabend „Gute Kommunikation in der Krise – wie geht das?“

Im Rahmen von Modul 5 „Medien, Öffentlichkeitsarbeit und Krisenkommunikation“ im Executive Programm Intersectoral Governance lud die ISoG BW am 29. Januar zu einem Kaminabend mit Prof. Hermann Schröder.

Im Rahmen von Modul 5 „Medien, Öffentlichkeitsarbeit und Krisenkommunikation“ im Executive Programm Intersectoral Governance lud die ISoG BW am 29. Januar zu einem Kaminabend mit besonderem Gast: Prof. Hermann Schröder, ehemaliger Landesbranddirektor und langjähriger Abteilungsleiter Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement im Innenministerium Baden-Württemberg, blickte auf jahrzehntelange Erfahrungen im Krisenmanagement zurück – von der Flüchtlingssituation 2016 über Corona bis zur kommunalen Katastrophenvorsorge.

Moderiert von Carla Runge, stellvertretende Leiterin der ISoG BW, wurde ein facettenreicher Abend daraus, der persönliche Einblicke mit strategischen Impulsen verband.

Von der Krise zur Katastrophe – und zurück

Schröder unterschied präzise zwischen Problem, Krise und Katastrophe – und benannte die entscheidenden Kipppunkte, an denen aus Herausforderungen ernste Lagen entstehen. Seine zentrale Botschaft: Wer in Krisen führen will, muss vorbereitet sein – nicht nur technisch und organisatorisch, sondern auch kommunikativ und mental.

Verantwortungstragende müssten in der Lage sein, Vertrauen aufzubauen, auch wenn Unsicherheit herrscht. Dazu brauche es Klarheit über die eigene Rolle, Entscheidungsfähigkeit unter Zeitdruck und die Bereitschaft, Führung sichtbar zu übernehmen.

Vorbereitung, Rollenverständnis und strategische Kommunikation

Schröder betonte, dass Krisenkommunikation bereits vor der Krise beginnt: mit Risikoanalysen, Szenarien, abgestimmten Rollen und verlässlichen Kommunikationswegen. In der Krise gehe es dann um Geschwindigkeit, aber auch um Sorgfalt. Ob Waldbrand oder Pandemie – zentrale Fragen seien immer: Wer spricht? Was ist die Botschaft? Was wollen wir erreichen?

 

Trias des Krisenmanagements: Kommunikation, Kompensation, Beseitigung

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Trias des Krisenmanagements:

  1. Kommunikation – verständlich, empathisch, glaubwürdig. Kommunikation ist kein Beiwerk, sondern zentrales Führungsinstrument.
  2. Kompensation – das Abfedern von Auswirkungen während der Krise: Ressourcen sichern, Funktionsfähigkeit erhalten, soziale Spannungen minimieren.
  3. Beseitigung oder Anpassung – nach der Krise müssen Lehren gezogen werden. Manche erfordern neue Routinen, Normen oder Strukturen.

Diese Trias helfe nicht nur Verwaltungen und Behörden, sondern auch Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, krisenhafte Situationen strukturiert zu bewältigen.

Fazit: Krisenkommunikation ist ein intersektorales Führungsinstrument

Der Kaminabend machte deutlich: Gute Krisenkommunikation erfordert strategisches Denken, Rollenklarheit und Haltung. Sie ist ein zentrales Instrument in der intersektoralen Zusammenarbeit – und zugleich Ausdruck verantwortungsvoller Führung.

Die ISoG BW dankt Prof. Hermann Schröder für seine Impulse und allen Teilnehmenden für das engagierte Mitdenken und Mitdiskutieren.